Tabernacle of Dreams

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Zwischenbericht 2

I wonder why the “Read More” Break not works. This my last try, either there is a break after this Sentence or you have a wall of text incomming.

Schalom und herzliche Grüße aus Israel. Bereits ein halbes Jahr ist vergangen und damit auch die Hälfte meines Aufenthaltes hier. Schon erstaunlich wie schnell die Zeit vergangen ist, obwohl, oder gerade weil ich schon so viel erlebt habe. In diesem Berichte möchte ich kurz beschreiben, wie das Leben in Israel aktuell so ausschaut und mich danach, aus gegebenen Anlass, etwas ausführlicher mit meinen Erfahrungen mit dem Israel/ Palästina Konflikt auseinandersetzen.

Zuallererst möchte ich die derzeitige Wohnungssituation schildern. Seit jetzt knapp 1 ½ Monaten wohne ich mit einem zweiten Volontär in einem geräumigen Apartment in Tivon. Dies ist zum einem sehr schön, da der Umzug noch pünktlich vor der Regensession stattgefunden hat. In der Wohnung vorher hätten wir keinen Spaß mit den Regenmassen gehabt. Zum anderen ist die neue Bude im Vergleich zu den anderen Vollontärswohnungen des Kfars regelrecht Luxuriös. Nicht das man in den anderen Wohnungen nicht auch wohnen könnte, aber wir haben hier einen richtig guten Schnitt gemacht. Hinzu kommt, dass wir in dem Wohnblock einen guten Kontakt zu den Israelischen Nachbarn haben. Wobei die Gespräche nach wie vor zum großen Teil auf Englisch ablaufen, durch gehende Unterhaltungen sind bei meinen derzeitigen Hebräisch Kenntnissen nicht drin. Aber auch dort ist Besserung in Sicht, denn jetzt im Februar wurde endlich unser Ulpan (Sprachkurs) in zwei Gruppen geteilt, so dass ich nicht mehr zwei Mal die Woche in einen großen Kurs, sondern einmal die Woche in einen Kleinen gehe. Der erste Unterricht nach neuem Schema hat bereits stattgefunden und ich habe den Eindruck damit besser zu Recht zu kommen.

In meiner Vormittagstätigkeit in der Sadnar Sait (Werkstatt Olive) habe ich mich bereits richtig gut eingelebt. Mit einer Ausnahme habe ich ein gutes Verhältnis zu allen Betreuten in der Werkstatt und verstehe mich sehr gut mit Marcel, dem Gruppenleiter und Offer, der Israelischen Freiwilligen die mit uns arbeitet. Die Ausnahme ist ein Querulant, der im ganzen Kfar berühmt & berüchtigt ist, so dass dies auch nicht weiter tragisch ist. Zur Zeit sind wir in der Vorbereitung für Purim, so etwas wie das Jüdische Fasching, welches am 8 März stattfindet. Das Motto der diesjährigen Feier des Kfars ist Walt Disney und wir bauen dafür die verwunschenen Bediensteten aus Disneys „Die Schöne und das Biest“. Dazu nehmen wir als Grundgerüst Holz- oder Pappgestelle, bringen es mit Zeitungspapier in Form und beschichten es dann mit Pappmaché. Auf diese Weise habe ich den Kerzenmann nachgebildet. Auch kurz vor der Fertigstellung, sprich Bemalung, steht eine über zwei Meter Hohe Giraffe, die später als Maskottchen mit zu Märkten gebracht werden soll.

Einmal die Woche treffe ich mich Marcel um genauere Einblicke über Einzelne Betreute zu bekommen und erhalte so auch mehr Informationen über Politik und Kultur in Israel.

Über den Jahreswechsel, war ich bei dem Alon, einem anderen Jüdischen Volontär im Kibbuz „Ein Ha’Shafot“ zu Besuch und habe dort auch einige Erfahrungen über diese spezielle Israelische Lebensweise gesammelt.

Kommen wir nun aber zu dem Grund, warum ich diesmal genauer auf den Konflikt zwischen Palästina und Israel eingehen möchte. Ende Januar war ich mit Christoph (Volontär und Mitbewohner in Tivon) in der Westbank unterwegs. Wir haben eine Rundreise durch die großen Palästinensischen Städte gemacht, mit einem Schwerpunkt auf Religiösen und Kulturellen Stätten.

Unter anderem haben wir das Heodrion besucht, ein vom Kaiser Herodes künstlich angehäufter Berg mit Palastruinen. Mein absolutes Highlight war aber der Besuch von Jericho. Dies war zum einem dem Umstand geschuldet, dass Jericho schon allein Landschaftlich ein Erlebnis ist. Dort ist man 250 Meter unter dem Meeresspiegel in einer Oase umgeben von einer Steinwüste. Zum anderen sind Orte wie der Hisham’s Palast und die Taufstelle Jesus am Jordan absolut einen Besuch wert. Vor allem letztere war sehr Beeindruckend, da der Platz selbst etwas Friedfertiges, ja fast Meditatives ausstrahlt, die Straße dahin aber durch ein Militärsperrgebiet mit Bunkeranlagen, hohen Zäunen und Schildern mit Mienen Warnung führt. Der Jordan ist an dieser Stelle etwa 4 Meter breit und auf beiden Seiten befinden sich Kirchen und ein Zugang zum Wasser. Auf der einen Seite sind Israelische Soldaten vor Ort, auf der anderen Seite Jordanische. Irgendwie hat dieser ganze Ort etwas Irreales. Man könnte fast ins Wasser springen und von Israelisch kontrollierten Gebiet nach Jordanien wechseln, was einem wohl zur Zielscheibe beider Seiten machen würde. Der Palästinensische Taxifahrer, welcher uns bis runter ans Wasser begleitete, berichtete uns aus seinen Erfahrungen mit der Israelischen Besatzung. Er selbst lebt in Jericho in einem Flüchtlingslager und stammt aus der Galiläischen Region Israels. Dabei bedeutet Flüchtlingslager mehr, dass es in dem zugewiesenen Areal keine Richtlinien für die Bebauung gibt. Aufgrund der ganz Jährigen hohen Temperaturen in Jericho haben sich verhältnismäßig wenige Flüchtlinge dort angesiedelt. Bei weiten weniger, als in Hebron oder Ramallah. Im Verlauf der zweiten Intifada und des zweiten Libanonkrieges sind den Bewohnern der Westbank immer mehr Beschränkungen auferlegt worden. So ist Beispielsweise der Grenzübergang nach Jordanien für die Palästinenser aus Jericho zu einem Akt von 6 Stunden geworden, vorher war man in einer Stunde drüben. Zum einem gibt es keinen direkte Grenzüberquerung mehr, zum anderen wird man sehr sorgfältig von beiden Parteien kontrolliert. Selbst, wenn man sich als Untertan, Clanmitglied des Jordanischen Königshauses sieht. Für Ausstechende ist dies übrigens an den Rot- und Weiß farbigen Kopf/ Halstüchern der Männer zu erkennen. Das Palituch an sich gibt es nämlich überhaupt nicht, es gibt eine Reihe von verschiedenen Clans, die jeder ihre eigene Clanfarbe haben. Das bekannteste Schwarz/Weiß farbige Tuch gehört zu dem Clan, in welchem Jassier Arafat ein führendes Mitglied war.

An sich war ich in Deutschland kein Fan von der, durch die Medien geschürte Betroffenheit und die grade in meiner Gymnasialzeit sehr starke Free Palastine Bewegung, aber als ich dann selbst in dem Gebiet unterwegs war, empfand ich neben Unglauben und Unbehagen auch Mitgefühl für die Palästinenser. In der Hinsicht ist grade Hebron sehr Heftig. Im Arabischen Schuk (Basar) läuft man unter einem Metallgitter drunter her, welches als Schutz gegen die Wurfgeschosse der Siedler dient und darauf liegen zum Teil richtig große Gesteinsbrocken. An den Wänden sind zum Teil Brandspuren, die von in den Schuk geworfenen Molotow-Cocktails stammen sollen. Ein Händler, den wir auf dem Markt trafen, erzählte uns von diesen Begebenheiten und auch, dass die Anwohner immer weiter aus der Altstadt gedrängt würden von den Siedlern. Wir sind dann auch später wirklich durch ein Niemandsland aus Verbarrikadierten Läden und leeren Häusern geirrt, auf der Suche nach der Ausgrabungsstätte des alten Hebrons. Wir haben sie zwar nicht gefunden, dafür aber ein Schild der Jüdischen Siedler, dass dieser Stadtteil vor Hundert Jahren schon Jüdisch war und das während des zweiten Weltkrieges die gesamte jüdische Bevölkerung in einem Massaker von den Arabern getötet worden war. Sie forderten in dem Schild dazu auf, dass der Wiedergutmachung genüge getan und das ganze Viertel der Kontrolle der Jüdischen Siedler übergeben wird.

Dies scheint schon eines der Kernprobleme des ganzen Konflikts zu sein, beiden Seiten ist in der Vergangenheit großes Unrecht widerfahren, oder widerfährt auch heute noch. Einmal ganz von dem Antisemitismus in Europa und dem Holocaust abgesehen mussten die Juden seit Anfang des 19 Jahrhunderts auch in dem damaligen Palästina um ihr Überleben kämpfen. Die ersten Jüdischen Siedler hatten sich zur damaligen Zeit auf gekauften Ländereien angesiedelt und waren bald darauf angewiesen ihr eigenes Wachpersonal, die Shomer einzusetzen. Das Gebiet des heutigen Israels durchlief turbulente Zeiten, da spielt zum einem der Niedergang des Osmanischen Reiches hinein, zum anderen der Einfluss und die Machtkämpfe der Kolonialmächte und zu guter Letzt die Auswirkungen zweier Weltkriege. Diese Zeiten sind geprägt von gewalttätigen Auseinandersetzungen und es wird von einigen Jüdischen Siedlungen berichtet, die von Arabern ausradiert worden sind. Aber genauso werden brutale Vergeltungsmaßnahmen erwähnt.

Heutzutage schafft Israel in der Westbank Tatsachen. Dabei ist es etwas anderes, selbst an den Schutzmauern und Armeeposten, als davon nur von Dritten zu erfahren. Soldaten in voller Kampfmontur hinterlassen auch einen stärkeren Eindruck, als die bloß bewaffneten Soldaten, wie man sie im Israelischen Nahverkehr gewöhnt ist. Auch von den Auswirkungen des Siedlungsbau in Palästina konnte ich nun eine Vorstellung gewinnen. In der Nähe von Bethlehem waren wir auf dem Weinberg, der „Tent of Nations“ Begegnungsstätte. Ringserum liegt ein kleines Arabisches Dorf und zwei Riesige Jüdische Siedlungen die am Reißbrett entworfen zu sein scheinen und jeweils; laut den Volontären der Begegnungsstätte; nur zu 1/3 Bewohnt sein sollen. Gerade in der Nacht war der Kontrast einer der Siedlungen zum neben liegenden Dorf enorm. Auf der einen Seite die voll Ausgeleuchtete Amerikanische Vorstadt, auf der anderen ein kleines Dorf aus dem 19ten Jahrhundert in das grade Mal die Elektrizität Einzug gehalten hat.

Auf die langwierige und entwürdigende Prozedur der Checkpoint Kontrolle bei der Rückkehr nach Israel hätte ich gerne verzichtet. Angefangen damit, dass man in einer großen Halle durch einen schmalen Korridor aus Metallgitter hindurch  und dort drinnen schon warten muss, bis dahin, dass man einen Metalldetektor nur ohne Gürtel und Schuhe passieren kann und dabei von sehr jungen Israelischen Soldaten hinter Panzerglas beäugt wird, keine Erfahrung die ich gerne wiederhole.

Nun kann man Israel diese Völkerrechtswidrige Besetzung vorhalten und einen Missbrauch der Machtposition vorwerfen, aber ich finde man muss auch versuchen die Position Israels zu verstehen. Da wäre zum einem, dass die Palästinenser bis heute nicht den Israelischen Staat vollständig anerkennen und Terroranschläge, wie die Raketenangriffe in der Nähe von Elat im Herbst des letzten Jahres, immer noch stattfinden. Dies, obwohl die Anzahl der Terroranschläge seit der Errichtung der Grenzbefestigung und den Kontrollen an der Westbank rapide zurück gegangen sind. Bei den Einheimischen, mit denen ich gesprochen habe herrscht die Unverständnis vor, warum Jassir Arafat im Jahr 2000, die Verhandlungen zu der Schaffung eines Palästinensischen Staates scheitern lies. Natürlich ist dies die Meinung einer Seite der beiden Konfliktparteien, genauso, wie die Ansicht, dass die Palastinänser undankbar sind. Es wurden ihnen ja schließlich 94% der Westbank angeboten und Israelische Militär Einheiten aus dem Gaza Streifen abgezogen. Trotzdem wurden Terroranschläge und Raketenangriffe aus diesem Gebiet fortgesetzt, so dass die Angst vieler Israelis verständlich ist, dass Israel verwundbarer für Angriffe wird, wenn der Palästinische Staat direkt angrenzt, ganz davon abgesehen, welche Reichweiten moderne Lenkraketen inzwischen haben. Auf der anderen Seite kann sich Israel politisch gar nicht leisten, die Gebiete auf Dauer besetzt zu halten, da zum einem die Staatengemeinschaft mit immer mehr Unverständnis auf das Verhalten Israels reagiert und sich Israel so noch mehr zum Außenseiter macht, zum anderen werden die Palästinenser auf Dauer nicht die Verhältnisse in der Westbank ertragen und sich die Frustration entladen. Gerade der sogenannte „Arabische Frühling“ zeigt ja momentan, dass Auflehnung gegen ein System, dass Jahrzehnte lang die Menschen unterdrückt hat, mit Erfolg gekrönt sein kann. Wobei es für Israel weniger eine Positive Entwicklung ist, dass in diesen Ländern wie Syrien und Ägypten anstatt von despotischen Herrschern nun Ultrareligiöse Parteien, wie die Mohammed Bruderschaft an die Macht gewählt werden, denen Israel ein Dorn im Auge ist, aber dazu später mehr.

Für den Palästina/Israel Konflikt ist noch eine weitere Lösung im Gespräch, nämlich, dass Israel die

Westbank und den Gazastreifen in den eigenen Staat mit aufnimmt und im Gegenzug allen Palästinensern sämtliche Bürgerrechte gewährt. Mal ganz davon abgesehen, was für einen Aufruhr diese Annektierung in der Arabischen Welt auslösen würde, ist es fraglich, ob sich der Staat Israel, diesen Schritt leisten kann. Denn es wäre auf Dauer das Ende des Staates Israel in dieser Form. Ich meine damit in der Form des einzigen Jüdischen Staates der Welt. Im Gegensatz zu Deutschland, ist Israel nämlich nicht Säkularisiert und das Judentum hat einen enormen Einfluss auf das Tägliche und das Politische Leben in Israel. Würden nun die Palästinenser Bürger des Israelischen Staates, würden sich die Machtverhältnisse in der Demokratie Israel entsprechend verschieben, gerade da den Palästinensern nachgesagt wird, eine höhere Geburtenrate, als die Israelis zu besitzen, so dass auf Dauer der Staat Israel seine Identität verlieren würde. Im Kontrast zu den weiter oben erwähnten Arabischen Staaten, in welchen die Ultrareligiösen Parteien eine Politische Mehrheit erreichen, sind sie in Israel das Zünglein an der Waage. Dies ist auf die Politische Landschaft in Israel zurück zu führen, bei der Aufgrund von einer niedrigen Sperrklausel (2%) und einer sozial gespaltenen Gesellschaft, es 12 Parteien im Israelischen Parlament, dem Knesset gibt. Dabei kann man von 4 Hauptgruppierungen ausgehen. Den „Tauben“, „Falken“, „Orthodoxen“ und „Arabischen“ Lagern. Dabei versteht sich im Falle der Siedlungen in der Westbank das „Falken“ Lager, welches sich für eine Eingliederung der Besetzten Gebiete stark macht, mit dem „Orthodoxen“ Lager, welches von einem Israel in den Biblischen Ausdehnungen träumt. Seit dem 31 März 2009 führt Benjamin Netanjahu als Premierminister eine 6er Koalition bestehend aus Likud (Rechte -  konservativ, zionistsisch), Jisra’el Beitenu (Rechte – säkular, zionistisch), Awoda (Mitte-linke – sozialdemokratisch, zionistisch), Schas (Rechte -  sephardisch, orthodox, zionistisch), Vereinigtes Thora Judentum (Rechte – orthodox, zionistisch) und der Habajt Hajehudi (Rechte – nationalistisch, religiös, zionistisch). In dieser Amtsperiode wurde der Siedlungsbau, sowohl in der Westbank, als auch in Ostjerusalem fortgesetzt. Aber während meiner bisherigen Zeit in Israel gab es auch interessante neue politische Bewegungen. Da wären allein schon die Sozialenproteste gegen die Überhand nehmende Kapitalisierung Israels Ende 2010 zu nennen. Bei der Zeltstädte errichtet wurden, um auf die enorm hohen Lebenserhaltungskosten und auf eine Rückbesinnung hin zu den sozialistischen Kibbuz Wurzeln Israels aufmerksam zu machen. Auch ist der Knesset grade dabei ein Gesetzt zu kippen, dass Ultraorthodoxe Juden von der Wehrpflicht enthob, wenn sie ihr Leben dem Thora Studium widmen. Sicherlich ein Grund hierfür ist der aktuelle Rückgang an Rekruten. Auch Erwähnenswert ist, dass es nun mehrere Wochen nach meinem Besuch in der Westbank dort nun zu Ausschreitungen kommt, da es einen Zwischenfall nach Krawallen in der Jerusalemer Altstadt gab, bei dem ein Junger Palastinänser erschossen wurde, der Soldaten mit Feuerwerkskörpern beworfen hatte. Nur ein weiteres Anzeichen dafür, dass Israel sowohl Innen-, als auch Außenpolitisch sich in einer Konfliktgeladenen Situation befindet. Ich hoffe weiterhin, gerade in der Hinsicht auf die Atomare Problematik mit dem Iran, dass die Lage bis Ende meines Volontariats in Israel und darüber hinaus, sich nicht weiter zu spitzt und wünsche im Gegenteil sogar, dass sich die Lage entspannen möge und in Zukunft eine gemeinsame Lösung für beide Seiten dieses Konflikts möglich ist. Dieser Bericht ist aus meiner Subjektiven Sicht der Dinge, wie sie sich mir hier in Israel präsentieren entstanden. Für mich ist die schwelende Feindschaft zwischen den beiden Parteien schwer nachvollziehbar, vielleicht weil ich mit Menschen von beiden Seiten in Gespräche gekommen bin und durchweg fair behandelt wurde. Was damit zusammenhängen mag, dass ich als Deutscher und Christ, mich politisch und religiös in einer neutralen Lage zu diesem Konflikt befinde und das keine der beiden Seiten ein Feindbild für mich darstellt. Dies wird mir grade beim Trampen auf Absurde Weise bewusst, fahr ich mit einem Israeli mit und komme mit diesem ins Gespräch, so werde ich häufig gewarnt, ich soll nicht mit Arabern mitfahren, da dies Gefährlich sei. Ein Araber, warnt mich im Gegenzug davor nicht bei Israelis mitzufahren. Hier steht Vorurteil gegen Vorurteil und verhindert einen Dialog der eigentlich Notwendig wäre um die Lage zu verbessern. Dabei geht es eher weniger um die offenen Leute, beider Seiten, die zu einem Dialog bereit wären, als um die breite Masse für die so etwas, aus welchen Gründen auch immer nicht in frage kommt. Es scheint auf beiden Seiten eine Menge Engstirniger Leute zu geben, obwohl, vielleicht sind es auch eher die Leute, die schlechte Erfahrungen gemacht haben und sich nun davor scheuen erneut enttäuscht oder verletzt zu werden.

Was bleibt ist die Frage, wie es hier in Israel und Palästina weitergeht, doch das kann wohl nur die Zukunft zeigen. Damit möchte ich meinen kleinen Exkurs zu diesem Konflikt beenden. Das Thema brannte mir nach meinem Besuch auf der Westbank auf den Fingern, doch für meinen nächsten Zwischenbericht suche ich mir etwas leichteres.

Bis zum nächsten Mal.

Mit freundlichen Grüßen Lukas

Quellen:

Beim Abschnitt über den Knesset habe ich Informationen von:

http://www.bpb.de/themen/WHONGM,0,Parteien.html von Benyamin Neuberger

http://de.wikipedia.org/wiki/Politisches_System_Israels

http://de.wikipedia.org/wiki/Israelische_Parlamentswahl_2009

eingearbeitet. Dort wird sich detailliert mit diesem Thema auseinandergesetzt.

Meine Täglichen Informationen über die Ereignisse in Israel hole ich mir bei:

www.haaretz.com

Ich finde gerade beachtenswert, dass hier Journalisten und Blogger mit Unterschiedlichen Hintergründen schreiben und sich die Ansichten zum Teil widersprechen.

Dec 8

Es sind einfach zu viele!

Blick runter vom Carmel, auf den Hafen von Haifa und die Bahaigärten.

Seminar

Nach längerer Abstinenz melde ich mich auch mal wieder zurück. In den letzten Wochen war eigentlich eher weniger spektakuläres passiert. Wie auch, es Regnete eigentlich ununterbrochen. Nun am Samstag bin ich nach Haifa aufgebrochen, um zu der Seminargruppe meiner Entsende Organisation zu stoßen. Erstmal musste ich in Tivon in einen Buss nach Haifa. Bis zur Falafelcorner war der Niselregen auch noch erträglich, aber dann prasselten große Tropfen hernieder. Ich war innerhalb weniger Augenblicke komplett Nass, trotz Regenjacke. Kurz darauf schlug dann auch noch der Blitz keine 20m von mir entfernt in einen Transformator. Ich habe mich erstmal verjagt und die Druckwelle lies die Diebstahlsicherungen der umgebenden Autos aufheulen. Einen Stromausfall schien es auch gegeben zu haben, denn ich steuerte auf eine Ampel zu, die nur kurz den Wechsel der Ampelphasen anzeigte und dann für längere Zeit zwischendrin schwarz blieb. Mit dem Scherut bin ich dann bis nach Haifa zu den unteren Bahai Gärten reingekommen. Ich musste aber zur Hanassi Avenue oben auf dem Carmel. Auf dem Stadtplan sah der Weg einfacher aus, als er sich in Wirklichkeit erwies. Ich war ganz schön aus der Puste, als ich am Rutenberg Institut ankam.

Im Laufe des Nachmittages erkundeten wir ein wenig die Hanassi Avenue, ich habe mir das für einen weiteren Besuch vorgemerkt. Den es war dort für einen Shabbat relativ viel los und die Bars und Läden sahen interressant aus. Muss wohl an der Nähe zu den ganzen großen Hotels liegen, die sich auch dort oberhalb der Bahai Gärten befinden. Unteranderem haben sie dort oben einen Zoo. Wir besuchten auch den Obelisken, der zu Ehren des Besuches von Kaiser Wilhelms in der Bucht von Akko aufgestellt worden war. In den Obersten Bereich der Bahai Gärten war es auch möglich kurz rein zu schnuppern. Ist ein wirklich schönes Bildmotiv und bei Zeiten werde ich auch an einer Führung teilnehmen, einzig der Start um 12.00 wird das etwas Schwierig gestalten.

Am Sonntag, oder auch Yom Rishon, wie es hier heißt, hatten wir dann eine lang andauernde Excursion durch den Norden Israels. Mit einem Fahrer, der keinen Brocken Englisch konnte und sich regelmäßig per Handy Dinge übersetzen lies. Erster Anlaufpunkt war der Kibbuz Lochamej ha Geta’ot. Dort haben sich Überlebende des Warschauer Ghettos Niedergelassen und das erste Holocaust Museum errichtet. Dieses Gebäude habe ich aber nur von Außen gesehen. Es gibt noch ein zweites Museum für Kinder, in dem darauf abgezielt wird ihnen den Hintergrund/Bedeutung des Holocaustes näher zu bringen, ohne Frontalpädagogik mit erhobenen Zeigefinger zu verwenden. Der Gang durch das Museum startet in einem grauen Zylindrischen Raum, der komplett Leer ist bis auf die unregelmäßigen Fenster, die in Mosaiken aus verschiedenfarbigen Glas Zeichnungen der Kinder aus den Vernichtungslagern zeigen. Die Installation trägt den Namen “Schmetterlinge gibt es hier nicht”. Mit einem Audioguide am Ohr geht es dann in Spiralen herab, durch eine Kulisse, die Ghetto, Zerstörungen durch Krieg, Verladebahnhöfe und schließlich die Lager nachbildet. Eine beklemmende Erfahrung, grade, da beim Audioguide nicht nüchtern Fakten wiedergegeben werden, sondern verschiedene Kinderstimmen, die einzelnen Kindheitserlebnisse während des Krieges der Überlebenden, vortragen. Mich hat das ganze nicht kalt gelassen, ich fühlte mich zurück erinnert an meine Besuche in den Gedenkstätten Dachau und Auschwitz in meiner Schulzeit. Nach wie vor, bin ich der Meinung, dass man diese Vergangenheit nicht vergessen darf und alles tun muss, dass sich ein solches Verbrechen nie wiederholen kann.

Nov 5

Erster Zwischenbericht

Schalom und herzliche Grüße aus Israel. Jetzt sind es schon fast 3 Monate, die ich hier in Israel verbringe. Ich kann kaum glauben, dass das erste Viertel des Aufenthalts schon verronnen sein soll. Inzwischen bin ich gut in Israel angekommen, ich meine damit, dass ich mich gut eingelebt habe. Vieles was vorher Ungewohnt und eher Fremdartig erschien, gehört jetzt zum Alltag. In gewisser Weise färbt die Gelassene Lebenseinstellung der Israelis auf einen ab. So auch im Umgang mit Sicherheit und Anschlägen. Man kennt das ja aus den deutschen Medien. Da wird alle Nase lang von Konflikten und Terroranschlägen im Nahen Osten und insbesondere in Israel berichtet, so dass leicht der Eindruck suggestiert wird, man schwebe hier in andauernder Gefahr für Leib und Leben. Dies wird aber der Realität nicht im geringsten gerecht. Es ist zum Einem so, dass die Chance einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen geringer ist, als bei einem Autounfall zu sterben.

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Ausblick vom Kfar auf den Carmel und ins Wadi.

Wein, Oliven und Kichererbsen

Heute möchte ich mal ein wenig über die kulinarischen Bessonderheiten Israels berichten. Wie ich einigen Unterhaltungen mit Einheimischen entnehmen konnte, hat sich Israel in den letzten 15 Jahren zum echten Weinland gemausert. Grade hier in der nördlichen Region, kann man an vielen Weinstöcken vorbeikommen. Direkt unterhalb der Pinat Chai von Kfar Tikva und noch mit auf der Hügelkuppe drauf befindet sich die Tulip Winery. Die Lieferwagen und Fahrzeuge der Mitarbeiter fahren täglich durch das Kfar durch, da die Einzige Anbindung an das Verkehrsnetz auf dieser Hügelkuppe durch das Gate von Kfar Tikva führt. Auch sind einige der Bewohner des Kfars dort als Mitarbeiter angestellt. Tulip veranstaltet über das Jahr verschiedene Feste, ich selbst konnte bereits an einer Weinprobe teilnehmen. Der Rotwein, den sie dort hatten, war mir etwas zu krädtig, aber der Weißwein war angenehm zu trinken. Ansonsten viel mir bisher nur der King David Wein auf. Das ist ein sehr süßer Wein, der fast schon einen ähnlichen Geschmack wie Met hat, vorallem der Rote schmeckt fast genauso wie Drachenblut.

Um das Kfar herum sind auf weiten Flächen Olivenbäume gepflanzt. Zum einen ist dies als Landwirtschaftlichesprojekt für die Member des Kfars gedacht. Zum anderen dient dies dem Schutz der Besitztümer des Kfars und als Distanzhalter zu den nah herangerückten Neubausiedlungen. In Israel ist es nämlich so, dass Brachliegendes Land vom Staat akquiriert werden kann, aber Olivenbäume die ein gewisses Alter erreicht haben, nicht gefällt werden dürfen. Dementsprechend dient dies der Erhaltung der Umgebung des Kfars und auch einer gewissen Privatssphäre.

Kommen wir nun zu einem für mich fast schon zum Grundnahrungsmittel gewordenen Gemüse, der Kichererbse. In ihrer rein Form esse ich sie nicht. Viel mehr kann man hier in jedem Supermarkt Humus kaufen. Wird zwar mit H am Anfang geschrieben aber mit nem harten ch gesprochen. Humus ist eine Creme aus gemahlenen Kichererbsen und verschiedenen Gewürzen. Schmeckt richtig lecker, wenn man da Pita oder getostetes Brot rein dippt. Die Konsistenz würde ich am ehesten mit groben Speisequark vergleichen. Auch sehr sehr lecker ist die Fallafel. Am ehesten ist sie mit einem Döner zu vergleichen. Es handelt sich bei ihr um eine mit Gemüse gefüllte Pita und anstatt Fleisch gibt es frittierte Bällchen aus Kichererbsenmehl. Fallafel kann man mit um die 12 Schekel ( ca 2,40 €) richtig günstig bekommen und ich finde es sättigt auch mehr, als so ein Döner. Richtig gut ist auch, dass man sich oft noch Gemüse gratis dazu nehmen kann wenn man sich eine Fallafel kauft. Wie z.b. Oliven oder gelben Blumenkohl. Gelb ist der Blumenkohl, weil er in einer Curry ähnlichen Lake eingelegt war.

herzensschoenheit:

khushrenada:

hollylouisehellsing:

autumdracula:

fragileinfection:

touhoustuck:

eri-poo:

adorabulltangodancer:

knightstrider:

thatgirlroxx22:

Guide of Time. 
Yes.
Does this make me the Doctor’s companion, finally? <3

Foe of Touch..
wait))

((Maid of Bliss.
Hold on-))

Maid of Wealth
wh-))

Prince(ess) of Blood
kool

house of doomholy shit why am i a housecan’t i be a building and not a house 

House of hope motherfuckers
Bane of Rage? Bane of Rage. THAT’S SOFA KING COOL. I’m from motherfucking BATMAN.

Heir of Heart….. I’m hoping this has something to do with a keyblade and kingdom hearts in my future

Guide of Doom, huh? °_° Sounds kind of accurate.

Monk of Void, not to shabby. ^^

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khushrenada:

yeahiknowimugly:

I’m guilty of having the Color, haha.

I had the one on the right

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Von Bussen und Soldaten

Ich war heute den ganzen Tag unterwegs, einmal zum See Genezereth und zurück. Solche weiten Strecken lassen sich mit dem Buss richtig gut bewältigen. Anders als in Deutschland, wo eher die Bahn das öffentliche Verkehrsmittel Nummer eins ist um weite Strecken zu überbrücken, nutzt man in Israel eine der zahlreichen Busverbindungen. Nun, für die weiteste Inlandsstrecke mag man halt nur sechs Stunden brauchen, trotzdem ist grade die Zuverlässigkeit der Busse bemerkenswert. Was man halt erstmal mitbekommen muss, dass ist der Aufbau der Central Busstations. Grade bei meiner Ankunft in Israel, auf dem Weg von Tel Aviv nach Kiryat Tivon, war ich richtig irritiert, als wir in ein großes Gebäude mussten und dort mehrere Etagen hoch, um in einen Buss ein zu steigen. Es gibt nämlich zwei Arten von ZoBs, entweder ein ebenerdiger Platz, natürlich mit Stacheldraht umzäunt, oder halt Hochhäuser mit Bussparkplätzen auf dem Dächern, zum Teil auch mit verschiedenen Abfahrtsetagen, je nach Ziel. Die Sicherheit vor Ort ist immer stark präsent. Wie in vielen Einkaufscentern, so kommt man auch in diese Busstation erst nach einer Taschenkontrolle und muss durch einen Metalldetektor. Das andere, was man grundsätzlich in diesen Stationen und auch in den Bussen hat, ist die Allgegenwart von Soldaten, zum Teil auch offensichtlich bewaffnet. Am heufigsten trifft man die Jungen Erwachsenen an, die ihren 2/3 Jährigen Grundwehrdienst ableisten. Manche haben halt Sturmgewehre oder Maschienenpistolen umhängen, nicht geladen, aber mit einem vollen Magazin griffbereit. So etwas gehört hier zum Alltag, habe selbst schon mehrmahls jetzt neben bewaffneten Soldaten im Buss gesessen. Übrigens hier in Israel fragt niemand, ob ein Platz frei ist, man setzt sich einfach und wird entsprechend blöd angeguckt, wenn man selbst fragt. Mir fällt noch ein, dass es etwas skuriles hat, wenn eine Junge Frau, mit kunstvoll hergerichteten Fingernägeln gelangweilt auf einem Gewehr herum klopft. Die Uniformen sind zum großteil von einer hellen Farbe, so einer Mischung aus Kahki und Beige, mit dem Symbol der Einheit an der Verlängerung der rechten Schulterkappe, unter der anderen ist ein gefaltetes Barret geschoben. Die Wehrpflicht hat auch teilweise ungewöhnliche Auswirkungen auf uns Volontäre, so kommt man in viele Clubs und Discos hier in Israel erst mit 25, da dies auch das Durchschnittsalter ist, mit dem man die Armee beendet.

Schweres Militärisches Gerät habe ich auch schon häufiger gesehen. Zum einem kommt man auf dem Weg zum Hoffar Carmel an einem Depot vorbei, wo viele Panzer und Jeeps rumstehen, zum anderen werden hier auch mal die großen Abrahams auf Schwertransportern durch die Gegend gefahren. Am heftigsten war aber immer noch die Aktion, dass Kampfhubschrauber so tief über unser Fußballfeld geflogen sind, dass man die Registrierungsnummern sehen konnte.